Spasiba 

30.5.2001 Erfurt: 2. Etappe der Deutschland Tour 

 

Ich mag die Deutschland Tour nicht. Aber Michele Bartoli fährt mit, mehr Gründe bedarf es nicht, um nach Erfurt zu fahren.

Das Ziel der Etappe Goslar- Erfurt ist etwas am Stadtrand, in so’nem superneuen Kongress- oder vielleicht auch Einkaufszentrum. Ich frag mich, wer solche seelenlosen Orte aussucht. Sehr viele Zuschauer sind  nicht da. Die Erfurter hängen wohl auch an der Friedensfahrt und können mit diesem künstlichen Gebilde, das sich Deutschland Tour nennt, keine Erinnerungen oder gar Traditionen verknüpfen. Und wie gesagt, der Ort, der als Ziel gewählt wurde, zieht auch kein Ausflugspublikum an. Dabei ist schönes Wetter. Es ist frühsommerlich warm und die Sonne scheint, was das Zeug hält. Ideales Wetter, um in einer Eisbar oder dem Park abzuhängen -  beides gibt es hier draußen nicht.

Die Etappe gewinnt Erik Zabel im Sprint. Zum Glück parkt der Telecom- Bus irgendwo anders, so dass es auf dem offiziellen Team- Parkplatz sehr ruhig zugeht. Elli und ich haben also genug Zeit, nach dem Mapei Quick Step Auto, in dem ja der Herr Bartoli sitzen müsste, Ausschau zu halten. Wir treffen Serge Parsani und erfahren, dass Michele im Bus sitzt, vorn beim Fahrer. Ich mach mich also auf die Socken und klopfe an die Scheibe der Beifahrerseite. Da steht er, fast nackt. Also er hat ne Unterhose an (Gott sei Dank!

Puhschweißvonderstirnwisch)

und gibt mir ein Zeichen, mich doch zwei Minuten zu gedulden. Dann kommt er raus und wir machen ein kleines Fotoshooting. Grins

Für mich ist das Tageswerk damit erledigt, aber Elli, die will jetzt doch noch ein Autogramm von Andrej Tschmil, den sie für den besseren Klassikerjäger hält (Tzz).

Also auf, den Lotto Fuhrpark gesucht. Da wir uns ein bisschen Zeit bei Mapei gelassen hatten, erwischen wir es gerade noch, als es losfahren will. Aber bei so wenigen Fans, hält der Fahrer gern noch mal an. Elli steckt also den Kopf in den Bus und bittet den Ex- Russen um ein Autogramm. Der fragt sie mehrmals auf Russisch, ob er Kyrillisch oder Lateinisch unterschreiben soll. Aber Elli ist irgendwie völlig von der Rolle und reagiert gar nicht. Schließlich unterschreibt Andrej lateinisch. Als Elli ihr Buch wieder in der Hand hält, fällt ihr ein, dass sie ja Russisch kann, rennt noch mal zurück und bedankt sich: Auf Russisch. Gelächter und Schulterklopfen im Bus sind die Folge.

Inch und Michele Bartoli... nachdem er wieder angezogen war

 

 

 

 

 

 

 

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