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Einmal rundherum - Schottland im Sommer 2009 
Unter 18
Caro wollte ja Radfahren. Durch Schottland! Durch die Highlands!! Nicht auszudenken. Sie muss sich solange bedauernswerte Radfahrer aus dem Autofenster heraus ansehen, bis sie einsieht, dass DAS eine blöde Idee war. Dann sind wir zufrieden und lassen sie in Ruhe. Aber der Reihe nach...
Erst mal müssen wir nach Amsterdam. Weil: Von da geht unsere Fähre nach Newcastle. Wir haben uns gedacht, wenn wir schon auf der falschen Seite Auto fahren müssen, soll wenigstens im Auto alles am richtigen Fleck sein.
Wir haben im Amsterdamse Bos Hostel einen kleinen Bungalow gemietet... Das liegt zwar etwas am Stadtrand, dafür aber idyllisch, mit vielen kleinen hoppelnden Kaninchen, Enten und ähnlichen Federgetier auf dem Kanal und das Zentrum ist mit Bus und Bahn gut zu erreichen. Dort sind die Mädels enttäuscht, dass sie nicht in die Coffeeshops dürfen (erst ab 18) und mir gefällt eigentlich die ganze Stadt, oder das, was wir davon sehen, nicht. Auch nicht der alte Mann, der uns, nur im gestrickten Stringtanga bekleidet, was vorturnt! Schnell weg hier.
Mit der Fähre nach England.
In Newcastle wartet natürlich eine große Herausforderung auf uns: Linksverkehr! Wir werden einfach den anderen hinterher fahren... leider sind wir die Ersten. Nach zwei Kreisverkehren und viel Gekreische halten wir erst mal auf einem Supermarktparkplatz. Wir bräuchten jetzt einen Whisky, machen stattdessen einen Plan. Auf dem nächsten Kreisverkehr stehen wir quer, was meine Schuld ist. Dann geht’s auf die Autobahn und Reni kann entspannen. In Edinburgh ist sie dann schon ganz Profi und ich lotse sie um die Großbaustelle Princess Street herum in unser Hostel, das Belford in der Nähe des Haymarket. Das ist eine ausgediente Kirche. Im Hauptschiff trennen Holzwände die Zimmer voneinander ab. Es gibt aber keine Zimmerdecken. So hört man zwar jedes Geräusch aus den anderen Zimmern, dafür kann man aber beim Einschlafen Kreuzdeckengewölbe und Buntglasfenster bewundern.
Die Queen scheint grad in der Stadt zu sein oder anzukommen oder so. Die Straßen zum Holyrood Palace sind für den Autoverkehr gesperrt. Stattdessen begibt sich allerhand Volk der gehobenen Gesellschaft zum Palast, die Herren in Uniform oder Kilt, die Damen mit seltsamen Hüten. Ist ein bisschen wie bei der Kartenkönigin in Alice im Wunderland. Ansonsten zeigen wir Reni und Caro die Stadt und hängen in Starbucks’s rum. Aus dem Pub am Haymarket fliegen wir ja raus, weil die Kinder noch keine 18 sind...
Gipfelglück
Nach zwei Tagen Stadt machen wir uns auf den Weg Richtung Fort William. Dort wollen wir auf den Ben Nevis, das ist sozusagen Pflicht. Unterwegs schauen wir noch beim Wallace Monument vorbei, wo der storyteller viel Spaß mit uns hat, weil wir seine Witze nicht verstehen. Sonst verstehen wir ihn ganz gut, und das ist gar nicht witzig. Irgendwie sterben alle.
Stirling lassen wir aus, weil wir nach 2 Tagen Stadt endlich Berge und Landschaft sehen wollen. Aber nicht bevor wir in Doune Castle waren! Das ist das Schloss aus „Die Ritter der Kokosnuss“, Ihr wißt schon. Wir finden den heiligen Gral übrigens auch nicht, haben aber auch nicht wirklich intensiv danach gesucht.
Die Einfahrt ins Glencoe ist überwältigend. Es ist zwar nicht ganz so gutes Wetter, also bewölkt, aber trocken, und in der Ferne steigt auch Nebel auf, aber genau so stellt man sich die Glens und Lochs ja auch vor: etwas dramatisch. Als wir auf dem Zeltplatz angekommen sind, hüllt sich der Nevis in große schwarze Wolken.
Am nächsten Morgen kriechen wir nach einem frühzeitigen Blick auf das Wetter wieder zurück in die Schlafsäcke. Statt den Ben Nevis zu besteigen, fahren wir am Vormittag zurück ins Glencoe. Bei strömenden Regen umrunden wir Loch Leven. Es ist atemberaubend schön, auch wenn wir das Auto immer nur kurz zum Gucken verlassen können wegen des Regens. Wir fahren in östliche Richtung durch das Glencoe und das Wetter bessert sich tatsächlich. Also raus aus dem Auto und rein in die Berge. Von Allt na Reigh wandern wir durch ein Labyrinth von Felsblöcken zwischen den Bergen Beinn Fhada und Gearr Aonach zum Lost Valley. Dort sollen ja noch die Geister der getöteten McDonalds spuken. Leider erreichen wir das Valley nicht, weil es nicht nur gotterbärmlich zu regnen anfängt, nein, es zieht auch noch ein Gewitter auf! Wir treten den Rückzug an. In Fort William scheint die Sonne, es ist feucht warm und wir empfinden die Midgies zum ersten Mal als echte Plage.
Der nächste ist der Tag der Tage. Hochmotiviert quälen wir uns 5:00 Uhr aus den Schlafsäcken. Das Wetter verspricht zu halten. 8:15 Uhr beginnen wir den Aufstieg zum Ben Nevis. Es geht von Anfang an steil bergan, keine Möglichkeit zu entspannen. Leider ist Caro so gar nicht motiviert, trödelt hinterher. Am Lochan Meall beschließt sie, umzukehren. Das zwingt auch Reni zur Umkehr. Claire und ich setzen den Aufstieg fort. Schnell hüllt uns der Nebel ein. Es geht über ein Schneefeld und die Sicht wird immer schlechter. Vorbei am Five Finger Gully und am North Face muss man ein bisschen aufpassen, dass man nicht die Kante runterpurzelt... man würde erst nach 600m aufschlagen, das klingt ungesund. Auf dem Gipfel dann Null Sicht. Trotzdem, wir sind oben. Und der Weg ist schließlich das Ziel.
Ostküste und Nördliche Highlands
Am nächsten Morgen, es ist eigentlich schon Vormittag, wollen wir nach Inverness. Unterwegs gibt es viel zu sehen. Die Schleusen auf dem Caledonian Kanal in Fort Augustus zum Beispiel. Wir sitzen da ne ganze Weile rum, lassen uns die Sonne auf den Bauch scheinen und schauen zu, wie die Boote per Hand durch die Stufen gezogen werden. Loch Ness ist eigentlich eine Enttäuschung. Wahrscheinlich haben die das Monster nur erfunden, um Touristen anzulocken. Urquhard Castle ist zwar schön, aber man kann dann auch schnell weiterfahren. In Inverness, wo der Zeltplatz eigentlich „full“ ist, haben wir viel Spaß mit der örtlichen Bevölkerung, einer Jungeselinnenparty, elderly people und Kreisverkehren.
Es geht weiter Richtung Ostküste mit Stopps an Klosterruinen, viktorianischen Bahnstationen, in Tain und dann geht das schon mit den Piktensteinen los. Die sind fast so faszinierend wie die Standing Stones und wir suchen fast jeden, der auf dem Weg liegt. Ich will unbedingt nach Croick, wo die Kirche an die Vertreibung der Bevölkerung aus den Highlands erinnert. Es geht vorbei an Bailles und Cottages. Wir kommen nun auch in den Genuss der Single Track Roads. An den Linksverkehr haben wir uns inzwischen gewöhnt, wenn wir auch auf Parkplätzen z. B. immer falsch rum wenden. Das Problem der Single Track Roads ist, dass, wenn man schnell reagieren muss, weil plötzlich ein Fahrzeug um die Ecke geschossen kommt, wir immer den Drang haben, nach rechts auszuweichen. In Dornoch schlagen wir unsere Zelte direkt am Meer auf. Mal von den Midgies abgesehen, ein herrlicher Platz. Aber die, die Midgies, sind wohl überall...
Dunrobin Castle hat uns Sascha empfohlen. Ein guter Tipp! Der Stammsitz der Earls of Sutherland ist gleichermaßen schön und imposant. Dazu liegt es am Meer. Es ist wohl mein Lieblingsschloss. In Helmsdale zwinge ich meine Mitfahrer im Museum noch einmal zu einem Exkurs in die Schottische Geschichte. Es geht wieder um die Vertreibung aus den Highlands. In Lybster ist der Hafen so traumhaft schön wie die Stadt hässlich ist. Aber den Hafen sollte man sich unbedingt ansehen! Wir wollen uns in dieser Gegend eigentlich Lachstreppen ansehen, finden uns aber irgendwie nicht hin. Dann zieht es uns zu den Achavanich Standing Stones am Loch Stemster. Die Steine sind nur ca. 1 m hoch, stehen aber mit der schmalen Seite zum Zentrum. Diese Anordnung macht den Steinkreis so einmalig. Das Wetter hat sich verschlechtert. Es regnet immer mal, was den Ort noch mystischer macht. Wir fahren weiter nach Mid Clyth. Dort, auf dem Hill O’ Many Stones kann man 4000 Jahre alte Steine bewundern, die da in 20 Reihen stehen. Es sollen mal 600 Steine gewesen sein. Das Wetter passt auch hier zum Ort. Und Claire wird, falls sie zu Lebensplan B greifen muss, ihren Weltbestseller in Mid Clyth spielen lassen.
Wir zelten in Wick. Da muss Jahrmarkt oder so sein. Es wummert die ganze Nacht von der Stadt rüber. Wir fahren am nächsten Morgen nach John O’ Groth. Ein trister Ort fast ganz im Norden, der vor Touristennepp nur so überquillt und das Dorf zur Peinlichkeit werden lässt. Wir kaufen uns Tickets für die Fähre zu den Orkneys. Eigentlich wollten wir da zwei Tage hin, Malcolm hatte uns eingeladen. Aber irgendwie klappt die Kommunikation nicht - wir werden später feststellen, dass er uns Emails geschickt hat in der irrigen Annahme, wir könnten an keinem Internet Café vorbei. Wie dem auch sei, wir machen einen Tagesausflug auf die Inseln. Ist auch billiger als das Auto mit rüber zu nehmen. Ich denke, wir sehen alles wichtige, oder auch nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Ring of Brodgar, Skava Brae, Kirkwell, die Italienische Kirche an den Churchill Barriers. Diese, die Chrurchill Barriers,  finde ich eigentlich am spannendsten. Da wurden während des 2. Weltkrieges Dämme zwischen 4 oder 5 winzigen Inseln aufgeschüttet, um Deutsche Kriegsschiffe an der Durchfahrt zu hindern. Seitdem sind die Inseln mit der Hauptinsel verbunden, eine Straße führt über die Dämme, die sich inzwischen so der Landschaft angepasst haben, dass man ihnen nicht mehr ansieht, dass sie eigentlich von Menschenhand geschaffen wurden.
In Kirkwell die St. Magnus Kathedrale mutet sehr Wikingisch an und ist deshalb sehr beeindruckend. Auch die Fahne der Orkneys erinnert eher an die Norwegische, als an die Schottische. Wen wundert’s, die Orknians sind wohl auch eher Wikinger als Schotten.
Zurück auf dem Festland fahren wir zum wirklich nördlichsten Punkt desselben, nach Dunnet Head. Es ist ziemlich kalt und windig, trotzdem machen wir uns noch auf die Suche nach Papageientauchern. Die hatten wir schon letztes Jahr in Island kaum zu Gesicht gekriegt, hier soll es nun endlich klappen. Wir finden die Kolonie in den Klippen. Allzu nah kommen wir aber auch hier nicht ran. Am Abend lassen wir die Kids dann allein und gehen dem Lärm, der aus der Stadt kommt nach. Der Rummel hat schon zu, im einzigen Pub trinken wir ein furchtbar schmeckendes Bier und auch sonst ist nicht viel los hier. In Wick befindet sich die kürzeste Straße Großbritanniens, gerade mal einen Ladeneingang breit.
Dann geht es durch die nördlichen Highlands! Die Landschaft ist viel zu schön, um sie mit dem Auto zu durchfahren. Berge, Löcher, Sandstrände, hohe Klippen, tosende Brandung, Single Track Roads, ein unglaubliches Licht und so gut wie keine Menschenseele. Fast ein bisschen zu schön, als wahr zu sein. Wir müssen uns wirklich immer wieder zwingen, weiterzufahren und schmieden zukünftige Urlaubspläne. Irgendwo mittendrin, am Loch Assynt gibt es noch die Ruine Ardvreg zu sehen. Das Schloss gehörte den McLeods.
Westküste, Highlands und Isle of Skye
Ullapool ist ein hübsches Fischerstädtchen an der Westküste, aber wir sind immer noch ganz benommen von den Eindrücken in den Highlands. Wir gehen Indisch essen. Ein Fehler. Claire geht es danach schlecht... sie streicht Indisch ab sofort von ihrer Speisekarte.
Wir fahren weiter durch die Highlands. Müßig, alles aufzuzählen. Es ist einfach atemberaubend. Spät kommen wir auf der Isle of Skye an. Die untergehende Sonne taucht die Insel in ein warmes Licht. Was für eine Begrüßung!
Wir zelten in Sligachan Hotel in den Cuillin Hills. Ein witziger Ort. Er besteht nur aus einem Hotel, einem Pub, einem Zeltplatz und einer Brücke. Sonst nichts. Kein Wohnhaus. Nichts!
Leider regnet es am nächsten Tag und wir beschließen, die Insel per Auto zu erkunden. Auf dem Weg zum Old Man of Storr bessert sich das Wetter aber und wir können ein bisschen wandern. Auf dem Weg zum Kilt Rock legen wir ein paar Zwischenstopps ein. Es ist inzwischen ordentlich heiß und wir machen noch eine kleine Wanderung an der Küste von South Duntulm.
Als wir schließlich zum Dunvegan Castle kommen, hat dieses natürlich längst zu. Wir finden aber einen schönen Fleck, von wo man es gut sehen kann und wir viel Spaß mit Jump-Fotos haben.
Das Wetter hält und wir können am nächsten Tag durch die Cuillin Hills wandern. Weil Caro ja nicht so gern Berge hochläuft, habe ich eine Route ausgewählt, auf der es nur einmal über 400 m oder so geht. Ziel ist Loch Coruisk. Das muss man dann irgendwie umrunden und zurück zum Ausgangspunkt wandern. Ein schöner Rundweg, Dauer 8-10 Stunden. Es ist brütendheiß, und nachdem wir die Brücke am Hotel überquert haben, treffen wir keine Menschenseele mehr. Nicht mal Schafe gibt es hier, und das will was heißen, für Schottland. Entlang des Sligachan geht es zunächst relativ eben voran. Der Marsco ist mit 736m der höchste Berg, an dem wir aber vorbeilaufen. Rechts davon hat man einen schönen Ausblick auf die Lochan Dubna. Dann geht es hoch auf den Drum Hain (315m), von dessen Grad aus wir den  Blick auf Loch An Athan und Loch na Crailach genießen. Doch dann haben wir freie Sicht auf Loch Coruisk. Atemberaubend! Wir machen eine länger Rast, als eine Engländerin von der anderen Sete raufkommt, uns ca. eine halbe Stunde zutextet und wir uns vor Lachen biegen. Weil es doch noch ziemlich weit ist und auf dem Rückweg noch mal 700m bewältigt werden müssen, ändern wir unseren Plan und besteigen, statt zum Loch hinabzusteigen, den Sgurr na Stri. Der ist nur 494m hoch aber ziemlich unübersichtlich. Es gibt keine Wegmarkierung, Wege sind eh nicht zu erkennen, wir müssen uns ziemlich konzentrieren, um eine günstige oder überhaupt mögliche Route zu finden. Wir steigen schließlich zum Loch na Creilheach ab, wo wir im Tal einige Flüsse queren müssen. Dafür belohnen wir uns am Loch mit einem eisig kalten Fußbad.
20:30 Uhr sind wir am Pub in Sligachan Hotel. Hier dürfen auch unter 18jährige rein. Die Mädels kriegen Essen, wir genehmigen uns ein oder zwei Talisker. Das Bier ist hier genauso übel wie in Wick, Inverness oder Ullapool, aber der Scotch macht alles wieder wett. Wir schwatzen ein bisschen mit anderen Besuchern, ergreifen dann aber doch vor der Live Band die Flucht.
Am nächsten Morgen riskiere ich es endlich: Ich nehme in Broadford ein Full Scottish Breakfast! Also der Black Pudding (Tote Oma) ist richtig lecker. Was wunder, ich esse ja auch gern Tote Oma. Haggis ist nur was für Leute, die Leber mögen. Ich mag keine Leber. Eier und Bacon stellen ja auch an uns keine besonders hohen Anforderungen. Die fettigen Würste allerdings... die kann ich nicht anrühren! Schlimm ist auch, dass es zu allem nur EINE Scheibe Toast gibt. EINE!!! Zum Glück gibt es immer wieder Kaffee.
Wir fahren zum Eilean Donan Castle. Das ist genauso schön, wie auf allen Postkarten. Leider regnet es, aber wir besichtigen die Burg auch innen. Genau das Richtige bei Regen.
Als wir durch Fort William kommen, hüllt sich der Ben Nevis komplett in Regenwolken. Gut, dass wir schon oben waren. Wir fahren ins sogenannte Empty Quarter. Kurz vor Mallaig finden wir einen herrlichen Zeltplatz direkt am Meer und genießen in den Klippen den Sonnenuntergang.
Aber was für eine Nacht! John brüllt und heult, prügelt sich mit Elliot. Andere Männer und sehr viel Frauen geben ihren Senf dazu ab. Es ist 4:15 Uhr und dauert etwa 1 Stunde. Der ganze Zeltplatz ist wach, außer Reni und Caro.
Wir fahren weiter Richtung Mallaig, postieren uns irgendwo am Bahndamm und warten auf den Hogwarts- Express. Nach dem Essen in Mallaig veranstalten wir denselben Zinnober noch mal am Glenfinnan- Viadukt. Dort fährt der Zug sogar langsam, damit die viele Schaulustigen Zeit haben, Fotos zu machen. Die Midgies freut’s. Soviel Blut!!!
Dann ist es aber Zeit, die Gegend zu verlassen. Am Castle Stalker vorbei geht es zum Loch Lomond, dass uns mit unbeschreiblichem Regen erwartet. Es ist unmöglich, die Zelte aufzubauen. Wir warten bei Bier und Wein im Auto, bis es etwas nachlässt und beobachten dabei, wie ein Backpacker Zelt im Wasser versinkt.
Als wir uns endlich raus trauen und aufgebaut haben, kommt der Zeltplatzwart und will unsere Zelte verrücken, weil wir wegen der Feuergefahr (!!!) 6 m Abstand halten müssten. Reni und uns genügt ein Blick, dann bauen wir ab.
Wir können unmöglich nach Glasgow mit soviel Alkohol intus und dann auch noch auf der falschen Seite, das wird nix.  Also probieren wir unser Glück in einem Hostel am Ende der Straße. Die ist eigentlich ein Waldweg. Es ist finster, es gießt wie aus Eimern. Ein bisschen komme ich mir vor wie in der Rocky Horror Picture Show. Und der Weg will nicht enden. Schließlich: Ein dunkles altes Gemäuer. Knock Knock Knock. Lieber Gott, lass es nicht Riff Raff sein! Aber alles ist gut, außer dass das Hostel ausgebucht ist. Krisengespräch bei einer Zigarette unter einem Vordach. Als wir wieder im Auto sitzen und abhauen wollen, erbarmt sich der Herbergsvater unser und gibt uns ein vorbestelltes Zimmer. Es ist kurz vor Mitternacht und davon auszugehen, dass niemand mehr hier heraus findet.
Nie war ein Hostelbett so schön!
Am nächsten Morgen hat der Regen nicht nachgelassen. Kein bisschen! Wir fahren nach Glasgow, wo sich Regen und Sonne abwechseln. Hier würden wir ab morgen couchsurfen. Ich versuche unseren Gastgeber zu erreichen, habe aber keinen Erfolg. Bleibt nur der Zeltplatz am Stadtrand.
In Glasgow spielt Bruce Springsteen und die Stadt ist voller Konzertbesucher. Wir sehen nicht viel von derselben, weil die Mädchen in jeden, aber auch in jeden Laden der Buchanan Street gehen. Shoppen also. Mit Starbucks Besuchen dazwischen. Ich würde ja gern die Docks sehen...
Am nächsten Tag , die Sonne scheint, wird weiter geshoppt. Es gibt da noch so eine Straße.
Debbie ist nun auch zu erreichen und wir warten auf sie in einem Parkhaus. Dann lotst sie uns durch die Stadt nach Barrhead. Es ist das erste Mal, dass ich selber als couchsurfer unterwegs bin, habe bisher nur Gäste gehabt. Wir haben es gut getroffen, wohnen bei einer lustigen Familie mit zwei entzückenden Söhnen. Und Debbie ist wirklich unterhaltsam. Am Abend feiern wir alle dann noch ein bisschen Caros Geburtstag.
Unser Urlaub ist zu Ende. Wir fahren zurück nach Newcastle. Je mehr wir uns England nähern, desto schlechter wird das Wetter, um schließlich in Dauerregen überzugehen. In Newcastle müssen wir David’s Haus finden. Was ohne Stadtplan blöd ist. David erklärt uns den Weg. Natürlich nehmen wir an einem Kreisverkehr die falsche Abfahrt. Claire zetert. Wir wissen es besser und irren danach stundenlang durch die Stadt. Wahrscheinlich waren wir in allen Ecken Newcastles. Schade, dass wir wegen des Regens nichts gesehen haben. Naja, dann finden wir es doch. David erkennt uns sofort. War mit uns auf derselben Fähre von Amsterdam hierher. Hat sich gedacht, dass wir seine couchsurfer seien und sogar gegrüßt. Wahrscheinlich zu leise, denn wir haben nichts mitgekriegt. Ist ja nicht zu fassen! Wir verbringen einen großartigen Abend. David ist so ein wunderbarer und intelligenter Gesprächspartner! Den Mädels hat er zwei Laptops ins Zimmer gestellt, so dass die noch die ganze Nacht beschäftigt sind. Wir genießen den Komfort im Haus wirklich.
Dann, am nächsten Tag, versuchen wir, die Fähre wiederzufinden. Was nicht so einfach ist, wenn der Fahrer dem Pfadfinder nicht glaubt. Wir schaffen es trotzdem

 

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